Stuttgart-Check: Mitte Mitte
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Inner City Life - Die Mitte bei Nacht


Die "Mitte" ist das Stuttgarter Vergnügungszentrum - wenn sich am Wochenende die Nacht über den Kessel legt, verwandelt sich die Innenstadt in einen Tummelplatz für Nachtschwärmer mit den unterschiedlichsten Vorlieben.

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EXKLUSIV: Im angesagten Aer Club feiern all jene zu Housebeats, die keine Lust auf Kinderdisco haben.


HIGH LIFE IN ZENTRALER LAGE: STUTTGART-MITTE

Es ist Samstagabend, kurz nach 20 Uhr. Noch fahren mehr Autos über die Theodor- Heuss- Straße, als dort Menschen entlangschlendern. Doch das wird sich binnen weniger Minuten ändern - und nicht nur der beliebte und zugleich viel gescholtene Bar-Boulevard wird dann von einem bunten Volk aus Nachtschwärmern und solchen, die noch nicht heim möchten, bevölkert. Stuttgarts Mitte ist das unangefochtene Vergnügungszentrum der Stadt, zahlreiche Clubs, Bars und Lounges, die so gut wie jeden Musik- und Publikumsgeschmack abdecken, sind hier auf knapp zwei Quadratkilometer verteilt. Selbst die örtliche Gastronomie hat sich auf diese temporäre nächtliche Bevölkerung eingestellt und versorgt die Nightlifer mit Speis und Trank bis in die frühen Morgenstunden. Stichwort Phänomen Theo: Vor rund sieben Jahren bot die breite Hauptverkehrsstraße ein trostloses Bild, bis sich im Juli 2001 die Suite 212 und kurz darauf der Tearoom, heute Erdgeschoss, dort ansiedelten. Als kurze Zeit später das Barcode hinzukam, folgte ein wahrer Siegeszug der Theo im Nightlife. Es ist ein faszinierender und zugleich seltsamer Anblick, wie sich die Menschenmassen rechts und links der großen Straße jedes Wochenende scheinbar endlos entlangschieben, bis um kurz vor 5 Uhr morgens - pünktlich zur ersten Bahn - der Besucherstrom jäh abreißt. Und es scheint ein wenig so, als sei genau hier das Club- und Barhopping erfunden worden. Doch weit gefehlt, wie Barcode-Inhaberin Yvette Braun-Cinteanu zu berichten weiß: "Die wenigsten Gäste kommen, laufen eine Runde durch die Bar und gehen dann gleich wieder", und fügt hinzu: "Barhopping gab es aber hier auch schon, als es nur die Suite, den Tearoom und uns gab." Auf der einen Seite ist sie stolz darauf, maßgeblich mit am Erfolg der Theo beteiligt zu sein. "Selbst die FAZ berichtet immer wieder über uns", freut sich Braun-Cinteanu. Und dennoch: "Früher war es deutlich lauschiger, als wir noch zu dritt oder viert waren. Ob die Theo jetzt allerdings so gut besucht wäre, wenn es bei wenigen Bars geblieben wäre, wer weiß." Sicher ist jedoch, dass hier alles wie am Schnürchen läuft, laut Gunther Hausch, Inhaber von Muttermilch und Tonstudio, vor allem seit der WM 2006: "Spätestens nach dieser Zeit ist die Straße eine Attraktion wie die Reeperbahn in Hamburg." Auch er kann den Barhopping-Trend nicht bestätigen: "Wir haben uns ein treues Stammpublikum aufgebaut und sind nur bedingt aufs ‘Fußvolk' angwiesen." Für all jene, die mit dem Boulevard nichts anfangen können und möchten, hat sich zwischen dem Publikumsliebling Schocken und dem Marktplatz parallel eine alternative, bodenständige Szene gebildet. Das Schocken beispielsweise bietet Konzerte, DJ-Action und großartiges Flair in einem. Lässig und unkompliziert geht's auch in den nahegelegenen Indie- Hochburgen Kap Tormentoso, Zwölfzehn und Keller Klub zu, in denen die Gitarrenmusik regiert. Rund um den unmittelbar angrenzenden Hans-im-Glück-Brunnen geht's nächtens ebenfalls dank der Kneipen Transit und Mata Hari ordentlich zur Sache, so dass oftmals riesige Menschentrauben vor den Locations stehen. Dort befindet sich auch das angesagte Tanzlokal "Corso" in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Stripbar, in der Stuttgarter DJs alles zwischen HipHop und House auf die Teller legen, was die Tanzstangen in Wallung bringt.Derweil sind die Clubs weniger in bestimmten Carrés angesiedelt, sondern in der gesamten Innenstadt verteilt. Elektronik-Fans zieht es ins Climax, B.Seite, Synchron, Finca und Aer. Rocker 33, Stereo Lounge, Röhre und Tonstudio bedienen sowohl Indie-, Soul- als auch Elektro- Anhänger. Was all diese unterschiedlichen Typen wiederum vereint, die Stuttgarts Mitte auch nachts auf Trab halten, ist der Hunger. Vor allem Dönerund China-Imbisse verzeichnen in der Eberhardstraße nach Mitternacht enormen Zulauf. Wer auf Burger steht, geht zum neu eröffneten "XXL", und deftig Gegrilltes gibt's inklusive ‘nem flotten Spruch beim Brunnenwirt. Selig mampfend stehen sie dann zwischen Döner, Fritten und Curry-Spezial da - Stuttgarts Mitte vereint sie nachts eben alle.

Jan Votteler


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