Wenn der Äppler schicke Sneaker trägt Sachsenhausen
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Sachsenhausen

Wenn der Äppler schicke Sneakers trägt




Mitten im Geschehen, zwischen dem Kneipenviertel und der Wallstraße, ist die Paradiesgasse: eine wahre "Fressmeile". Thailänder, Italiener und libanesische Stehimbisse reihen sich dicht nebeneinander. Pizza Petro backt hier "prima Holzofen Pizza". Petro heißt eigentlich Michael Rofail und ist Ägypter. Bei einem echten Italiener hat er die Pizzabackkunst gelernt. "Meine Pizza ist nur einen Hauch würziger als beim Italiener", betont Rofail. In der Mittagszeit kommen Geschäftsleute und nehmen auf den Holzbänken Platz. Die Besucher des Kneipenviertels kommen erst sehr spät für einen kleinen Pizzaimbiss - Petro hat täglich bis 5 Uhr geöffnet. Rofail erzählt: "Mir ist es schon einmal passiert, dass ein Kunde zu mir gesagt hat: Gerade bin ich zu besoffen, um beurteilen zu können, ob deine Pizza schmeckt oder nicht. Ich komme wieder, wenn ich nüchtern bin." Seitdem ist dieser Gast Stammkunde. "Schlägereien in der Paradiesgasse kommen immer noch vor. Insgesamt ist es aber viel besser geworden, weil es mehr Polizeikontrollen gibt", so Rofail. Immer was los ist auch im Abtsgässchen, denn dort befindet sich die Stereo Bar. Am Wochenende gibt es in der Neo-Sixties-Bar oft Livekonzerte. "Sachsenhausen ist mein Revier und das Herzstück Frankfurts", sagt Roman Schmidt-Peccolo (34), Inhaber der Stereo Bar, der Hafenbar und der Apfelweinwirtschaft Schreiber Heyne. Nirgendwo ist die Apfelweinkultur so verankert wie in Sachsenhausen."Das Publikum wird immer jünger", schwärmt Schmidt-Peccolo. Gemütlichkeit und Handkäs' sind auch für Susan und ihre Freundinnen zwei gute Gründe, ins Apfelweinlokal Fichtekränzi zu ziehen. "Hier kommt man leichter ins Gespräch und es ist nicht so schickimicki. So ein Gespritzter schmeckt in lustiger Runde sowieso am besten", meint die 33jährige. "Äppler mag ich gar nicht", sagt dagegen Alexander Sinclair (42). Seit drei Jahren gibt es seine S-Bar. Eine "kleine Oase", versteckt inmitten von Altsachsenhausens Kneipenviertel. "Trashig dekadent" und vor allem eins: äpplerfrei. Der Engländer und gelernte Schaufensterdekorateur sagt: "Wenn ich gute Laune habe, bin ich ein toller Entertainer." Dann kann es auch sein, dass er, nachdem der letzte Gast gegangen ist, rüber zum Grauen Bock geht und sich eine Schweinshaxe genehmigt.

Kathrin Rosendorff u. Linda Wickert


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