Erfolg zum Ersten
Nur mit viel Überredungsgeschick war Heinrich Nordhoff überhaupt für ein weiteres Fahrzeug neben dem Käfer zu gewinnen gewesen. Doch alle Mühen hatten sich gelohnt, der "Bulli" war mit seinen vielen Talenten zu einem zweiten, wichtigen Standbein des Volkswagenwerks geworden. Doch die Konkurrenz schlief nicht, mit dem Ford Transit der zweiten Generation, einer Schöpfung der Britischen Ford Tochter, die 1965 auf den Markt kam, konnten die Kölner auf einem Gebiet punkten, das bislang die Königsdiziplin des VW-Busses gewesen war, dem Fahrkomfort.
Der Transit auf der Überholspur
Wollte Volkswagen weiterhin erfolgreich sein, musste der Bus weiterentwickelt werden. Schon einmal, bei dem ersten Bus, waren die Entwicklungsingenieure aus dem großen Schatten des Käfer-Konstrukteurs Ferdinand Porsche herausgetreten, und hatten statt des zu labilen Plattformrahmens durch die Kombination einer teilweise selbsttragenden Karosserie mit einem verschweissten Rahmen erheblich an Stabilität gewonnen. Beim zweiten Bus gingen sie nun noch weiter und legten die Karosserie als doppelwandige Konstruktion aus, die auf einen zusätzlichen Rahmen völlig verzichten konnte.
Pancake im Bus
Auch die angetriebene Pendelachse, ein Erbteil des Käfers, wich einer modernen Schräglenker-Achse. Der neue Bus war grösser und schwerer geworden, weshalb auch dem Motor drei Extra-PS gegönnt wurden. Doch dem Boxer-Prinzip blieb Volkswagen ebenso wie der Luftkühlung in Nibelungentreue ergeben. Der Treibsatz war ursprünglich für die dritte Fahrzeuglinie, den Typ 3, entwickelt worden, die den treuen Käfer-Freunden eine Aufstiegsmöglichkeit in die Mittelklasse ermöglichen sollte. Der Typ 3-Motor baute sehr viel flacher als der im Käfer verbaute Boxer. Im Englischen Sprachraum fand sich die treffende Bezeichnung "Pancake-engine" für das raumsparende Aggregat, das im Bus vor allem dem Gepäck bessere Platzverhältnisse bot.
Gewohnt sachlich
Im Innenraum war sich Volkswagen jedenfalls treu geblieben, sachliche Einrichtung und strapazierfähige Materialien standen im Vordergrund, Luxus und Schicki-Micki fanden sich entweder gar nicht oder auf der Aufpreisliste. Der neue "Bulli" entsprach damit genau dem, womit seine Kunden gerechnet hatten und was sie erwarten durften. Ihm war ein ebenso großer Erfolg beschieden, wie seinem Vorgänger. Sein neues Fahrwerk konnte sich an die Spitze der damals erhältlichen Transporter setzen, mit der maximalen Bestuhlung durften insgesamt 9 Personen den Fahrkomfort einer Limousine in einem Nutzfahrzeug geniessen. Auch seine Vorzüge für Handwerker und Gewerbetreibende hatte er sich erhalten; sein Laderaum war grösser und durch die seitliche Schiebetür und den niedrigeren Motor noch besser zugänglich geraten.
Zuverlässiges Arbeitstier für Porsche
Eindrucksvoll hatten die Ingenieure bewiesen, dass es sich auszahlte, über einige konstruktive Details des Käfers hinaus zu gehen. Trotzdem bewahrte der T2 noch den Geist des grossen Entwicklers. Von solchen nostalgischen Überlegungen liessen sich die Einkäufer im Hause Porsche aber wahrscheinlich nicht leiten, als sie sich für den T2 als Lieferfahrzeug entschieden. Eher wird ihnen vorgeschwebt haben, sich der Dienste eines verlässlichen und zuverlässigen Transporters zu versichern, dessen technisches Innenleben durch solide und bewährte Technik jahrelange Zufriedenheit versprach.
Perfektion im Detail
Das von Schuco in gewohnter Qualität umgesetzte Modell des zweiten VW Busses mit Stuttgarter Kennzeichen und dem markanten Schriftzug auf den Seiten ist in einem kräftigen Rot gehalten. Alle Türen können geöffnet werden, selbst die Schiebetür kann wie beim Vorbild aufgezogen werden. Einige Details wie die Nieten an den Stossstangen und die filigranen Dichtungen mit Chromleisten um Fenster und Rücklichter nehmen gefangen, in einer entsprechenden Umgebung wie etwa einem Historama fotografiert, würde wohl so mancher auf einen echten Bus als Fotomodell tippen. Mit dem Volkswagen Typ 2 T2a hatte der Wolfsburger Konzern erfolgreich die Brücke zwischen der Tradition des Käfers und neuer Technologien wie selbsttragenden Karosserien und Schräglenker-Konstruktionen geschlagen. Schuco ist diesem Aufbruch in die Moderne mit einem exzellenten Modell mehr als gerecht geworden.
Bildquelle: Modelcarworld
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In Kooperation mit Carsablanca, der Website für Oldtimer und Youngtimer


