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ISO Grifo Can Am: Das Fabeltier im Penthouse


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ISO Grifo Can Am


Der Umtriebige
Renzo Rivolta war ein umtriebiger Unternehmer, der schon einiges auf die Beine gestellt hatte. Mit seinem Unternehmen ISO-Thermos hatte er den italienischen Markt mit Kühlschränken und Klimaanlagen versorgt und war zu einigem Vermögen gekommen. Der einsetzenden Massenmotorisierung Anfang der 1950er Jahre folgte ein Ausflug in die Automobilherstellung. Seine Isetta war eigentlich kein vollwertiges Auto, aber für viele, die beim Fahren endlich ein Dach über dem Kopf haben wollten und nicht über die finanziellen Mittel verfügten, einen Kleinwagen zu kaufen, eine kostengünstige Alternative. Mit Lizenzverkäufen des pfiffigen Produkts nach Frankreich und Deutschland schwoll das Bankkonto von Rivolta weiter an. Jetzt schien die Zeit reif, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und ein richtiges Auto zu entwickeln.

 

Wider Enzo
Eine weitere glückliche Fügung hatte gerade zur Trennung des talentierten Ingenieurs Giotto Bizzarrini von seinem herrischen Arbeitgeber Enzo Ferrari geführt, der Dottore wollte es nun seinem Ex-Chef zeigen. Von den Erfahrungen bei der Entwicklung des genialen Fahrwerks des Ferrari 250 GTO profitierte Rivoltas Sportwagenprojekt enorm. Auf eine eigene Motorenentwicklung verzichtete Rivolta, wie die erfolgreichen Mitbewerber Facel Vega oder Jensen setzte er auf amerikanische V8 Aggregate. Bei Bertone wurde das Design entwickelt und auch die Karosserie gefertigt. Schon das erste Fahrzeug, der ISO Rivolta, war ein beeindruckendes Fahrzeug. Hervorragende Fahreigenschaften, eine formschöne Karosserie und eines Grand Tourismo würdiges Temperament gepaart mit Langstreckentauglichkeit sorgten für Beifall.

 

Die Geburt des Grifo
Doch Rivolta wollte einen richtigen Sportwagen, der Erstling war mit seinen vier Sitzen noch zu sehr Kompromiss. Mit dem Grifo, gestaltet von dem neuen Chefdesigner bei Bertone, Giorgio Giugiaro, kam endlich der vom Unternehmer ersehnte GT zustande, den er sich erträumt hatte. Alles wäre bestens gewesen, wenn sich nicht die Leistungskurve bei den Sportwagen vehement nach oben geschraubt hätte. Das 5,4 Liter große Corvette-Triebwerk zog mit seinen 350 SAE-PS nicht mehr an die Spitze des Feldes, sondern rangierte eher im Mittelfeld der Super-Sportwagen-Riege.

 

Das Penthouse
Abhilfe versprach das größte für die Corvette erhältliche Aggregat, ein 7,4 Liter V8 Monster mit 406 PS. Der neue Motor wollte sich aber nicht ohne weiteres in den eigentlich großzügig bemessenen Motorraum einfügen lassen, ein paar entscheidende Zentimeter nach oben fehlten, weshalb eine Hutze auf der Motorhaube installiert wurde. Diese Hutze schien offensichtlich nicht aus der Feder von Giugiaro zu stammen, es war einfach ein rechteckiges Blech mit umlaufender Riffelung. Ob diese Hutze nun eher dem Zubehörhandel oder der Tradition des Bauhauses entstammte sei dahin gestellt, jedenfalls bekam sie den abfälligen Namen "Penthouse" verliehen und erfreute sich allgemeiner Unbeliebtheit. Dafür sollte der italienische Greif jetzt 300 km/h schnell sein, was aber eine recht optimistische Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Motors entsprach.

 

Schwieriger Charakter
Abgesehen vom Penthouse beim 7 Litri und Can Am blieb der Grifo ein fabelhaftes Wesen, sein Fahrwerk machte jede Ausfahrt zu einem Vergnügen und der Motor erfreute mit hohem Leistungspotential und Langzeittauglichkeit, wenn auf den dauerhaften Abruf der Leistung und hohe Drehzahlen verzichtet wurde. Denn wer keine Nachsicht mit dem relativ kleinen Ölhaushalt des Motors und seinem unterdimensionierten Kühler hatte wurde mit Überhitzung und platzenden Motoren bestraft.

 

Das Modell
Neo Scale Models hat sich des italienischen Sportwagens erinnert und eine gelungene Kopie im Maßstab 1:43 auf die Räder gestellt. Das aus Resine bestehende Modell ist in der italienischen Rennfarbe "rosso corsa" gehalten, was Angesichts des angestrebten Einsatzes der Grifo Can Am im Tourensport nur logisch erscheint. Die bestechende Karosserielinie von Giorgio Giugiaro wurde akribisch herausgearbeitet, die stark gewölbten Front und Heckscheiben in klarem Kunststoff erzeugen wie beim Original fast den Eindruck, einen Targa vor sich zu haben. Die aufwändig fotogeätzten Scheibenrahmen, die filigranen Scheibenwischer und selbst das Penthouse ergänzen sich zu einem rundum gelungenen Eindruck. Und wie damals, als der Grifo mit seiner selbstbewussten Preisgestaltung für Exklusivität sorgte, bleibt auch das Modell mit einer auf 300 Exemplare beschränkten Serie nur für wenige Glückliche erreichbar.

Autor: Frank Brendel

Bildquelle: Modelcarworld

Das Modell finden Sie hier.

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