Flirtschule Die große Flirt-Schule
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So geht Flirten: Die Flirtschule - Teil 1


Die Kunst des Jägers
Wichtiger als reine Trockenübungen im Seminarraum ist für Pütz die Praxis. In seinem Spezialkurs "Project Nighthunter" etwa begleitet er die Teilnehmer durch Clubs und Bars und korrigiert ihre Fehler. Sich nicht zu verstellen ist für ihn dabei eine der wichtigsten Spielregeln: "Ich sage den Männern: Im Endeffekt respektieren euch die Frauen dafür, dass ihr eine klare Vorstellung von eurem Leben habt - auch wenn es nicht die ihre ist." Deshalb lautet auch eine der Maximen in seinem Kurs: "Die eigene Identität in Ordnung bringen." Sich darüber klar werden, wer man ist und was man will. Und: Nicht alles, was amerikanische PUAs doziere, gelte auch bei uns. "In den USA sind sie der Meinung: Jede schöne Frau wird zehnmal am Tag angesprochen. Deswegen hat sie ein, Bitch-Shield‘ (Zicken-Schutzschild). Das heißt, sie springt nur auf Männer an, die sehr selbstbewusst sind. In Deutschland habe ich die gegenteilige Erfahrung gemacht. Superhübsche Frauen werden eigentlich nie angesprochen, außer von Idioten oder Besoffenen." Doch wenn es um ihr Flirtverhalten geht, zieht Pütz auch gern mal vom Leder: "Deutsche Frauen sind extreme Flirtkrüppel. Sie haben es verlernt zu kokettieren und Blickkontakte herzustellen, weil sie heutzutage genauso tough sein müssen wie die Männer." Einen Augenblick später wird der Mann mit dem Schmollmund aber wieder sehr gefühlig und sagt etwas leiser: "In Deutschland haben die Leute die Fähigkeit verloren, aufeinander zuzugehen, auch wenn sie Sehnsucht danach haben." Von dem Verhalten extrovertierter Südländern könnten sie sich eine dicke Scheibe abschneiden. Ein Hilfsmittel, um Frauen gegenüber mutiger aufzutreten, ist bei Pütz der "Kleine-Schwester- Frame". Die Männer sollen einfach so tun, als wäre die Frau ihre kleine Schwester. "Ich sage zu der Frau: ,Du bist ja so quengelig. Wir könnten niemals ein Paar werden.‘ Darauf sagt sie zu mir: ,Du Schwein‘, und ich lenke ein und sage: ,Na gut, wir können's ja probieren.‘" Auch Robert Bednarek ist PUA, er nennt sich "Magnum" und hat 2005 seine eigene Schule in München gegründet. "Die perfekte Masche" heißt sein Kurs (abgeleitet von dem US-Bestseller des amerikanischen Journalisten und Pick-up-Artist Neil Strauss). Der 27-jährige Medizinstudent mit dem Dreitagebart bringt darin sein wichtigstes Credo an den Mann: Sei kongruent! Kongruenz bedeutet für ihn: Der Mann soll keine Rolle spielen, nur damit ihn die Frauen gut finden. Das Ego und den Mut, Frauen anzusprechen, hat aber nicht unbedingt jeder. Oft sitzt ein Teufelchen auf der rechten Schulterseite, das Ausreden einflüstert: Sie ist eh nicht mein Typ. Sie hat wahrscheinlich einen Freund. Heute ist nicht mein Tag. "Genau diese Stimme muss abgestellt werden", sagt Bednarek. Sind die Männer dann in sich kongruent, scheucht er sie erst mal aus ihrer so genannten Comfort-Zone heraus. Diese Wohlfühlzone steht für Orte, an denen wir uns sicher und geborgen fühlen: die eigene kuschelige Wohnung, die Privatparty, auf der man schon zehn Leute kennt, oder der Arbeitsplatz, an dem man mit Kollegen flirtet. Außerhalb der Comfort-Zone, in Bars oder auf der Straße, kann man dann seine Kongruenz unter Beweis stellen. Folgende Fehler sollte man aber vermeiden: nur zu lachen, um sie auch zum Lachen zu bringen. Oder der Frau ein Getränk auszugeben, nur um sie bei Laune zu halten.

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